Künstlerischen Anliegens

Die untrennbare Verbindung von Plastik und Malerei— MATERIALMALEREIEN

Der Raum als Leinwand,
mit Materialien in den Raum malen 

Farbe wird als Material in den Raum gebracht. Dreidimensionale Bilder entstehen aus Materialien auf und in dreidimensionalen Leinwänden, den Räumen. Aber es sind keine weißen frischen Leinwände mit denen ich arbeite. Es sind Leinwände mit Geschichte und Geschichten, die genau wie die architektonischen Besonderheiten des Raumes in meine Arbeit einfließen. Mir geht es um eine Kommunikation mit den Räumen, in denen und mit denen ich arbeite. Eine Kommunikation, in der der Raum ein gestaltender Teil der Kunst wird. Wie ein Choreograph lasse ich meine Installationen im Raum tanzen und sich bewegen, um den richtigen Ort für ein Verweilen zu finden.

Hauptsächlich arbeite ich mit Tauwerk, Schnüren, Seilen und Wolle. Diese weichen Materialien lassen eine unglaubliche Vielfältigkeit des Umgangs zu: von weich zu hart, mit malerischen und grafischen Anteilen, wie Pinsel- oder Bleistiftstriche verwendbar in allerlei Dicken und Strichdichten zu benutzen und mit einer schier endlosen Farbpalette.

Materialien besitzen mehr als nur ihre haptischen Qualitäten. Sie sind Farbe und Form in einem. Meine Materialien verwende ich daher gleichzeitig als Modelliermasse, Pinsel und Palette. Die Farbe meines Materials ist meine Palette, dessen Struktur meine Modelliermasse und mein Pinsel. Der zu bespielende Raum ist meine Leinwand.

Im Arbeitsprozess entsteht ein Wechselspiel aus Malerei und Plastik, Licht und Schatten, zweiter und dritter Dimension. Fertiggestellt ist das Werk als Materialmalerei und gezeichnetes Objekt im Raum sichtbar. Auch wenn ich selbst während einer Ausstellung kein performativer Teil meiner Arbeit bin, sind meine Bewegungen in Form der fertigen Arbeiten vorhanden. An der Arbeit kann man meine Wege ablesen und meine Bewegungen nachempfinden. Der Arbeitsprozess ist die Probenarbeit, die Eröffnung und die Ausstellungstage die Vorführungen, in denen das Publikum Teil der Arbeit werden kann. 

Es geht mir um das Finden und Verstehen von Räumen und das Kommunizieren und Spielen mit ihnen und in ihnen. Mein Interesse liegt im haptischen erfahrbar machen von Stimmungen, im tiefen Eintauchen in vorhandene Bedingungen und dem Hervorheben der Poesie der Räume und ihrer Sinnlichkeit. In Bewegung, Interaktion, Partizipation und dem Arbeitsprozess zeige ich die sinnlichen Qualitäten von alltäglichen Orten auf und führe sie wieder neu vor Augen.

Meine Intension ist ein kontinuierliches Herantasten an Bekanntes, mit der Bereitschaft, erst mit den Sinnen wahrzunehmen und dann mit dem Kopf. Den Raum immer wieder neu als Freiraum, als veränderbaren, erlebbaren und erlebnisreichen Ort anzunehmen und zu gestalten.

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